"Was machsch für äs Gsicht?"

Mit Voilà die Welt der Emotionen entdecken!

Mit dem neuen Zweijahresthema möchte Voilà ein Projekt zum psychischen Wohlbefinden durchführen. Weg von Zuhause, Übernachten im Wald oder Entdecken mit Freunden - In Lagern gibt es viele Situationen die bei Kindern Emotionen wie Freude, Wut, Traurigkeit oder Angst u.a. auslösen können. Diese Gefühle können für Kinder und Leitungspersonen eine Herausforderung sein. Mit dem neuen Zweijahresthema möchte Voilà den Umgang mit der ganzen Palette von Emotionen in den Vordergrund stellen und Möglichkeiten aufzeigen, wie diese in Gruppen spielerisch aufgenommen werden können.

 

Hintergrund

Das Thema der psychischen Gesundheit ist im Fachbereich von Gesundheitsförderung und Prävention zurzeit hoch aktuell. Dies findet Ausdruck in nationalen, regionalen und lokalen Programmen und Projekten. Jugendlichen und Kinder spielen dabei als Zielgruppe eine wichtige Rolle. Wie auch der soeben erschiene WHO Bericht festhält: „…depression is the predominant cause of illness and disability for both boys and girls aged 10 to 19 years. The top 3 causes of adolescent deaths globally are road traffic injuries, HIV/AIDS, and suicide.“

Laut Steinmann (2005)1wird psychische Gesundheit häufig als „subjektiv genanntes Wohlbefinden verstanden“ und definiert dieses als „dynamisches, immer wieder herzustellendes Gleichgewicht zwischen inneren und äusseren Anforderungen und Belastungen einerseits und inneren und äusseren Ressourcen anderseits auf persönlicher und sozialer Ebene“.

Folglich benötigen die Menschen für die Herstellung und Erhaltung dieses psychischen Wohlbefindens notwendige Handlungsvoraussetzungen und Handlungskompetenzen. Auf dieser persönlichen Ebene möchte Voilà ansetzen und die Handlungskompetenzen bei Kindern und Jugendlichen stärken. Sie sollen darin unterstützt werden, ihre Gefühle wahrzunehmen, Empfindungen im Körper zu lokalisieren und aufmerksam zu sein dafür, wie ihre Gefühle sich verändern. Sie lernen Handlungsimpulse wahrzunehmen, ohne ihnen sofort nachzugehen, und entwickeln dadurch Handlungsalternativen, die ihren Verhaltensspielraum erweitern. Ein sozialkompetenter Umgang mit Gefühlen wird auch im Alltag als Kompetenz und als Zuwachs an innerer Freiheit erfahren, denn die Widerstandskraft gegen Stress und Frustrationen im Alltag wird grösser. Zusammengefasst heisst dies, dass Voilà  durch die Förderung des Umgangs mit Emotionen, auch die Themen der Körperwahrnehmung, des Essens und der Resilienz (Widerstandskraft) unterstützt.

Voilà kann so das umfassende Thema psychische Gesundheit in etwas Fassbares und Umsetzbares verwandeln, so dass es für Leitenden möglich sein wird, ein eher schwieriges Thema kinder- und jugendgerecht umzusetzen. 

 

 



1 Steinmann, Ralph M. (2005): Psychische Gesundheit-Stress. Wissenschaftliche Grundlagen für eine nationale Strategie zur Stressprävention und Förderung psychischer Gesundheit in der Schweiz. Bern und Lausanne: Gesundheitsförderung Schweiz.

 

Umsetzung

Die Umsetzung soll möglichst kinder- und jugendgerecht sein, wie auch das Lagerleben miteinbeziehen. Deshalb werden die Ausbildungstage zusammen mit der Fachstelle PEP 2organisiert. Die Fachpersonen von PEP verfügen selber über jahrelange Lagererfahrungen und/oder Leitungserfahrungen in Pfadilagern.

Jeder Ausbildungstag beinhaltet einen Theorieblock zum Umgang mit Emotionen und Körperwahrnehmung. Der Theorieblock wird mit zahlreichen Beispielen veranschaulicht. Dieser Block soll aufzeigen, wie verwoben diese Begriffe sind und wo sie im Alltag der Jugendverbände auftauchen.

Jeder der Ausbildungstage enthält dann einen Schwerpunkt. Diese Schwerpunkte entsprechen bestimmten Emotionen:

15. November 2014:
1.Ausbildungstag: Freude und Wut

24. Januar 2015:
2.Ausbildungstag: Angst und Mut

14. November 2015: 
Langeweile und Stress (10 Schritte zur psychischen Gesundheit)

23. Januar 2016:        
Essen, Gefühle und Beziehungen (Traurigkeit und Trost)

 

Über die körperliche Wahrnehmung, wie auch über Bewegung und Spiel, sollen die Teilnehmenden zum Thema der Emotionen und der Emotionsregulation gelangen. Dies passt zum Leben der Jugendverbände. Mit der Unterstützung von PEP besteht auch die Möglichkeit altersgerecht zu arbeiten.

Zudem werden 8 Kurzfilme zu den 8 Emotionen animiert. Diese Filme möchten dazu beitragen, dass die Inhalte bzg. Umgang mit Emotionen so weiter gegeben werden kann, wie es PEP an den Ausbildungstagen vermittelt. PEP wird die Anwendung der Filme für die kantonalen Ausbildungen, wie auch für in den Lagern, an den Ausbildungstagen erläutern. Die Filme sollen vor allem die Freude daran wecken sich mit Emotionen zu beschäftigen. PEP, die Koordinationsstelle von Voilà und die Fachgruppe Aus- und Weiterbildung ist davon überzeugt, dass mit diesen Filmen die Sprache von Kindern und Jugendlichen getroffen wird!

 



2 PEP steht für: Prävention/Essstörungen/Praxisnah. PEP ist dem Inselspital Bern angegliedert: www.pepinfo.ch. Dabei arbeitet Voilà eng mit Brigitte Rychen-Habegger, der Fachstellenleitern von PEP zusammen. PEP verfügt über jahrelange Erfahrung in der Sensibilisierungsarbeit zu diesem Thema und ist reich an vielen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung (Spiele, Lieder, Verse).